
Die neuen Busfahrpläne sind zurzeit das große kommunalpolitische Aufregerthema in und um Schweinfurt
Was meine Heimatgemeinde Niederwerrn betrifft, gibt es hier sowohl Licht- als auch Schatten. Was sicher gut ist: es gibt einen regelmäßigen Halbstundentakt und keinen Wirrwarr mehr, bei dem tagsüber mal eineinhalb Stunden kein Bus fährt und dann wieder drei Buse kurz hintereinander.
Was definitiv schlecht ist: Zumindest in Niederwerrn sind ziemlich viele Haltestellen weggefallen, wodurch der Weg zum Bus für einige Menschen deutlich weiter werden wird!
Was aus meiner Sicht auch fragwürdig ist: Busfahrkarten können nicht mehr bar beim Fahrer gekauft werden, sondern nur noch Online oder mit Bankkarte. Auch wenn das für die meisten Leute heutzutage kein Problem ist, gibt es sicher auch in den sogenannten „marginalisierten Randgruppen“ (ältere Senioren, Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen) viele Leute, für die das sehr schwierig oder gar unmöglich ist. Gerade solche Leute brauchen den ÖPNV aber am dringendsten!
Kleine persönliche Bemerkung zum Schluss: Ich habe vor gut fünf Jahren damals bei den GRÜNEN dafür geworben, dass der ÖPNV Thema im örtlichen Kommunalwahlkampf werden solle und Direktverbindungen zum Hauptbahnhof und in den Schweinfurter Hafen (wo sehr viele Niederwerrner arbeiten) gefordert werden sollen. Das Thema fand intern kaum Resonanz, stattdessen wurde die Schaffung der Stelle eines Klimaschutzmanagers (die dann nach der Wahl tatsächlich auch kam, deren Sinn ich aber – um ehrlich zu sein – noch nie ganz verstanden habe) zum Hauptwahlschwerpunkt gemacht.
Wie dem auch sei: Die hitzige Debatte im Netz zeigt, dass der ÖPNV doch von vielen Leuten benötigt wird und wäre der ÖPNV attraktiver (mehr Querverbindungen, dichtere Takt etc.), würden gerade in wirtschaftlich schwieriger werdenden Zeiten sicher auch Leute, die sonst Autofahren würden, auf den Bus umsteigen. Natürlich weiß ich, dass die Finanzierung und Organisation des ÖPNVs nicht einfach ist, umso mehr sollte „die Politik“ hier dran bleiben.