Probleme im Stadtbild – Ein paar Gedanken zum Aufreger der Woche

Die Notwendigkeit von Abschiebungen mit „Problemen im Stadtbild“ zu begründen, ist schon sehr hart an der Grenze zum lupenreinen Rassismus. Aber – und das macht die Debatte, so gefährlich – es ist eben nicht aus der Luft gegriffen, dass es in deutschen Städten (ich bin regelmäßig nur in Würzburg und Schweinfurt unterwegs) einige Ecken gibt, an denen es immer wieder sehr ungemütlich wird.
Egal ob lärmende Jugendgruppen, schwer psychisch belastete Menschen, die laut fluchend vor sich hin schimpfen oder Alkoholabhängige und bettelnde Obdachlose, die einen beißenden Geruch verbreiten, das alles gibt es zu Hauf in deutschen Innenstädten. Sicher ist es auch so, dass unter den Menschen, die als Probleme wahrgenommen werden, an einigen Orten überproportional viele Migranten sind.

Doch was folgt daraus? Klar, wenn Straftaten begangen werden (Diebstähle, Sachbeschädigungen, etc.) muss die Polizei eingreifen und das tut sie meines Wissens auch. Aber Menschen einfach „wegmachen zu wollen“, nur weil sie stören, ist mit einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft m.E. schlichtweg nicht vereinbar.
Was vielleicht helfen würde?

Zum einen – das klingt jetzt wieder nach linken Gutmenschentum – sicher mehr aufsuchende Sozialarbeit, mehr Räume für Leute, die nicht wissen, wo hin mit sich.

Zum anderen und das ist m.E. noch viel wichtiger, aber auch eine gelassenere – Achtung überstrapaziertes Wort – reflektierte Grundhaltung der Mehrheitsgesellschaft. Klar, kann ich mich mit hochgezogener Nase über das „unbrauchbare Gesocks“ aufregen, das den ganzen Tag irgendwo herumlungert und sich – vermeintlich – auf Kosten der Allgemeinheit ein „schönes Leben“ macht. Ich kann aber auch einfach dankbar sein, dass ich das Glück habe, mit einem anständig bezahlten Beruf, sowie einem (halbwegs) stabilen sozialen Umfeld gesegnet zu sein und hoffen, dass ich die Realität der Menschen, die da so als Probleme wahrgenommen werden, nie selbst am eigenen Leib kennen lernen muss.

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