
„Langfristige Investitionen in Bildung, Soziales und Kultur“ zugegebenermaßen, dieser Punkt klingt etwas generisch, so das Standard – „Blabla“, dass man eben auf einen Wahlflyer schreibt.
Um was geht es konkret:
Die Stadt ist Sachaufwandsträger für die Grundschulen und eine – in Würzburg meines Wissens ungewöhnlich hohe Anzahl – an weiterführenden Schulen. D.h. alle Kosten, die nicht Lehrpersonal sind, Gebäude, Lehrmaterialien, IT u.v.m., sind von der Stadt zu bezahlen.
In einer Zeit, in der das „Kind sein“ bzw. „Teenager sein“ immer weniger äußere Struktur hat (Stichwort: Lange Bildschirmzeiten, Patchworkfamilien), ist es wichtig, dass die Schulen nicht nur personell, sondern auch materiell gut ausgestattet sind, dass die Schulhäuser freundliche Orte sind, in denen mehr stattfindet als nur der Unterricht von 08:00-13:00 Uhr.
Aber Bildung findet nicht nur in der Schule statt. Würzburg hat eine reichhaltige Kulturszene. Dennoch weiß ich, dass die Aufmerksamkeit, die die Kulturschaffenden von der Stadt erhalten, als sehr ungleich verteilt wahrgenommen wird. So sind Bandproberäume oder Ateliers für junge Künstler rar gesät.
Wer in einer 130.000 Einwohner Stadt im Rat sitzt, kann nicht alle Baustellen immer präsent haben. Gerade dieses Thema ist sehr vielfältig und kleinteilig.
Als Junggeselle weiß ich persönlich sehr wenig über den Zustand der Grundschulgebäude im Würzburger Stadtgebiet und auch die Situation der freien Kulturszene, kenne ich jetzt nur von Berichten aus zweiter Hand.
Ich denke es ist deshalb sehr wichtig, dass die gewählten Stadträte proaktiv – wie es so schön heißt – den Kontakt mit den – Achtung neudeutsch – Stakeholdern vor Ort in den einzelnen Stadtteilen aufnehmen: Egal ob das jetzt Elternbeiräte sind, Kulturschaffende oder auch Leute aus Hilfs- und Selbsthilfeorganisationen: Die Stadt muss einen guten Rahmen schaffen, damit soziales und kulturelles Leben stattfindet.
Das ist die beste – und möglicherweise die einzige – Maßnahme, um den Zulauf zu politischen, religiösen und anderen weltanschaulichen Extremisten zu begrenzen!