Die Grünen sind eine Zumutung!

Versuch einer Skizze des*der Antigrünen

Um die eigene Position überprüfen und ggf. korrigieren zu können, hilft es sich gedanklich auf den Standpunkt des Gegners oder der Gegnerin* zustellen und ihre Sicht der Dinge einzunehmen. Dies gehört zum grundlegenden Handwerkszeug Aller, die professionell Interessen vertreten, von der klassischen Rechtsanwältin, über den Betriebsrat, bis hin zu den wie auch immer gearteten Lobbyist:innen.

Auch Politik ist letztendlich immer Interessensvertretung, freilich stets mit der Maßgabe „das große Ganze“ nicht aus dem Blick zu verlieren. Um als Partei dauerhaft erfolgreich sein zu können (sprich mindestens mehr als 5% der Wähler:innen für sich zu gewinnen), liegt es in der Natur der Sache, dass mehrere Interessensgruppen und Milieus anzusprechen sind. Dementsprechend schwer fällt es ein klares Bild von Anhänger:innen und Gegner:innen der Grünen zu zeichnen.

Ich will es hier trotzdem versuchen und die Position des*der klassischen Antigrünen, so wie ich sie und ihn bei verschiedensten Gelegenheiten in meinem lokalen Umfeld (eher kleinere Arbeiterstadt mit großem Einzugsgebiet) kennen gelernt habe nachzeichnen – freilich nur holzschnittartig und mit einem gewissen Hang zur Zuspitzung.

Der klassische Antigrüne (tendenziell ein Mann) arbeitet typischerweise als Arbeiter in der Großindustrie oder als Angestellter in einem mittelständischen Handelsunternehmen, vielleicht war er auch zwölf Jahre beim Bund und ist dann in die öffentliche Verwaltung gewechselt oder hat sich als Finanzberater selbstständig gemacht.

Auf jeden Fall fährt er frühs (meistens schon vor Sieben) mit SEINEM Kombi (oder SUV) auf die Arbeit. Er freut sich vielleicht über seinen Leberkäs-Weck (kurz LKW) um 9:30 Uhr in der Frühstückspause, sicher aber auf sein Schnitzel um kurz vor zwölf in der Kantine.

Sofern er kleine Kinder hat, fährt er im Sommer nach Bibione an die Adria oder in einen Center-Park seiner Wahl; sind die Kinder noch nicht da, geht´s mit der Fußball – Clique im Flieger nach Malle oder Griechenland. Sind die Kinder dann größer darf es gern auch eher etwas Exotischeres sein, Thailand, die DomRep oder Dubai.

Der klassische Antigrüne besitzt natürlich ein Eigenheim oder arbeitet zumindest hart darauf hin. Ist Geld über, wird schon mal nach dem Bauplatz für den Nachwuchs Ausschau gehalten.

Der klassische Antigrüne ist in der Regel kein unangenehmer Typ. Er ist geradlinig und weis was er will. Oft ist er sogar regelrecht herzlich; nicht nur daheim in der Familie, sondern auch im Sportverein und in der Dorfgemeinschaft sehr engagiert.

Doch, wenn Ihm einer kommt und sein Schnitzel durch einen Tofubratling ersetzen will wird er richtig unangenehm.

Wenn Ihn irgend so ein daher gelaufener FFF-Jünger fragt, warum er den nicht mit dem Bus, der 100 Meter vor seiner Haustür hält, zu Arbeit fährt und ob es wirklich jedes Jahr die Flugreise sein muss, stößt ihm das sehr sauer auf.
Er arbeitet hart, zahlt zähneknirschend, aber pflichtbewusst seine Steuern und da erwartet er gefälligst, dass die Politik sich aus seinem Privatleben raushält!

Überhaupt gibt der Staat zu viel Geld für Weltverbesserungsmaßnahmen aus! Er denkt dabei nicht nur an das viele Geld, das im Umweltbereich versenkt wird, sondern auch an die unzähligen Sozialarbeiter*innen und Integrationsfachkräfte, die er mit seinen Steuern finanzieren muss, weil andere Leute ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen. „Mehr Leistungsbereitschaft, mehr Eigenverantwortung, weniger Nanny-Staat und Überregulierung“, das ist der politische Sound seines Lebens. Schließlich haben sich seine Eltern in der Nachkriegszeit auch von Null auf hochgearbeitet und ihm ist auch NIE was geschenkt worden.

Für ihn sind die Grünen mit ihren Forderung nach noch mehr Regulierung und ihren Drang zu noch mehr staatlich finanzierten Betüttelungsmaßnahmen für alle möglichen gescheiterten Existenzen schlichtweg eine unverschämte ZUMUTUNG!

Und in den nächsten Blogbeiträgen wird es dann unter anderem darum gehen, warum grüne Politik AUS MEINER SICHT doch keine Zumutung, sondern eine bittere Notwendigkeit ist…

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