Da die Wahl des neuen FDP – Vorsitzenden in meiner eher rot-grün lastigen Social-Media Bubble heftig kommentiert wurde, habe ich mir die Bewerbungsrede von Wolfgang Kubicki heute beim Mittagessen angehört.
Um es vorwegzunehmen: Ich kann an Herrn Kubicki nicht allzu viel schreckliches finden! Die FDP wird nie meine Partei werden, dazu stehe ich einfach (zumindest sozialpolitisch) zu weit links; dementsprechend wäre es auch seltsam, wenn mir alles gefallen würde, was ein FDP-Vorsitzender so von sich gibt; aber zumindest Kubickis Kritik an der unseligen und oft komplett übertriebenen Verfolgung von Äußerungsdelikten unter dem Stichwort „Hasskriminalität“ finde ich sehr berechtigt!
Ansonsten ist Kubicki sicher jemand der gern zuspitzt und provoziert, aber auch das gehört zu einer lebendigen Demokratie dazu.
Im Übrigen finde ich die Kritik an der Kampfkandidatur von Strack-Zimmermann, die durch diverse Kommentatoren des rechten Spektrums geäußert wurde, genauso befremdlich wie die zum Teil beißende Kritik an Kubicki von links.
Die FDP hat sich – nach den Ampeljahren wenig verwunderlich – gegen eine linksliberale Vorsitzende entschieden und dafür jemand gewählt, der sicher auch Leute anspricht, die deutlich Rechts der Mitte stehen.
Was daraus wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt Kaffeesatzleserei. Mir persönlich ist eine FDP mit leichten Rechtsdrall oder einem Hang ins Libertäre immer noch lieber, als eine Partei, die von oben bis unten mit harten Extremisten durchsetzt ist und wenn erstere, letzteren einige Stimmen abnehmen kann, ist das auf jeden Fall ein Gewinn für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung!