Absolut HIRNVERBRANNT…

Anders kann ich das Vorhaben der Regierung Merz, ab dem ersten Krankheitstag eine Krankschreibung vorlegen zu müssen, nicht bezeichnen.
Seit Jahren wird darüber geklagt, dass die Deutschen zu oft zum Arzt gehen und jetzt soll jeder, der wegen Schnupfen, Übelkeit oder ähnlichem sich mal ein oder zwei Tage rausnehmen muss, gleich zum Arzt rennen?

Mal von praktischen Dingen abgesehen, wie das ein akuter Magen-Darm Infekt bei dem sich der Betroffene, wenn´s losgeht alle halbe Stunde übergeben muss, bestimmt auch für jede Hausarztpraxis der reine Horror ist, bezweifle ich, dass diese Krankmeldung am ersten Tag wirklich zu einer Reduktion der Krankheitstage führt.

In einigen Fällen dürfte GENAU DAS GEGENTEIL eintreten: Ich kenne es von mir selbst, wenn ich einen Infekt (klassisch Husten-Schnupfen / leichtes Fieber) habe, bin ich nach ein bis zwei Tagen im Bett meistens so fit, dass ich – zumindest im Homeoffice – wieder arbeiten kann. Wenn Leute aber gleich am Tag eins (meist montags) zum Arzt müssen und der schreibt sie für eine Woche krank – werden viele die früher am dritten Tag – wenn es so halbwegs wieder geht – angetreten sind, dann auch die ganze Woche daheim bleiben.

Aus dem gleichen Grund ist m.E. diese Idee vom Karenztag (erster Krankheitstag ohne Lohn) schwachsinnig, er bestraft vor allem die, die nur kurz krank sind. Wenn man das Thema Lohnfortzahlung als Kostentreiber identifiziert hat (ja der Faktor Arbeit muss in der Tendenz billiger werden, wenn die Wirtschaft schnell wieder anspringen soll), dann Bitte doch den Arbeitslohn für alle Krankheitstage meinetwegen um 10% oder 15% kürzen.

Es bleibt zu hoffen, dass dieser weltfremde Unsinn im Parlament nochmal zurecht gebogen wird.

Schade auch, dass die anderen Reformvorschläge – von denen einige sicher sinnvoll sind – jetzt in der öffentlichen Debatte untergehen.

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