Persönlicher KIPPPUNKT über die Hitze

Mit jeder Hitzewelle startet zuverlässig die unversöhnliche Debatte: Ist das jetzt die große Klimaapokalypse oder sind es doch nur ein paar sehr heiße Sommertage?
Für mich persönlich war heute ein Kipppunkt erreicht; Nachdem es in meinem WG-Zimmer – trotz nächtlichem Durchlüften – schon früh morgens 28°C hatte, wurde es gegen Mittag für mich sehr schnell sehr unerträglich und ich hatte das Gefühl jeden Moment zu kollabieren.

Glücklicherweise habe ich einen super verständnisvollen Vermieter im Haus mit drin wohnen, der mir im Keller Unterschlupf gewährte und jetzt – nach einem Nachmittag im Kühlen – fühle ich mich wieder einigermaßen stabil.
Ich kann daher dieses Gewäsch von „Früher war es auch heiß im Sommer“ echt nicht mehr hören. Ja früher (ich kann es zwar nur bis in die 00er-Jahre zurückverfolgen) gab es auch heiße Tage; aber da war sehr heiß eben 33-35°C und jetzt sind es 38-40 °C. Diese fünf Grad machen doch bei vielen Menschen, wohl auch bei mir, den Unterschied zwischen sau warm und richtig gefährlich.

Dennoch finde ich es auch weder sonderlich originell noch zielführend, wenn die hohen Temperaturen jetzt von GRÜNER Seite aus dazu genutzt werden, um ohne Rücksicht auf Verluste maximale Emissionsreduktionen zu fordern. Ja der Klimawandel ist da und die Treibhausgase müssen runter. Jedoch ob das Verbrenner-Aus fünf Jahre früher oder später kommt, wird nichts daran ändern das ein Umgang mit den deutlich höheren Temperaturen gefunden werden muss.

Was ich dagegen nur sehr vereinzelt wahrnehme, sind konkrete Vorschläge, um mit den Temperaturen besser umzugehen. Dabei wäre es doch sicher sehr kostengünstig möglich, das öffentliche Leben / Arbeitsleben wie in Südeuropa ab 13:00 Uhr für vier, fünf Stunden großteils herunterzufahren und dafür Arbeit in den frühen Morgenstunden oder dann nach zwanzig Uhr zu erlauben (ja da müssen wahrscheinlich auch Lärmschutzvorschriften etc. angepasst werden).

Über teurere – aber sicher auch noch finanzierbare Maßnahmen – wie Förderung, ggf. in einigen Bereichen auch Verpflichtung, zu Raumklimatisierung, könnte die „Politik“ sicher in einem nächsten Schritt nachdenken. Letztendlich erlebe ich aber auch bei mir selbst, wie die höheren Temperaturen persönliche Anpassungen verlangen: früher Aufstehen (da habe ich so meine Schwächen), Hausarbeit und andere körperliche Aktivitäten Frühs gleich erledigen (nicht Nachmittags in der größten Hitz) und wahrscheinlich am schwierigsten, bewusst Pausen machen, erkennen, wann der Körper, bzw. bei mir als Büromensch das Hirn überhitzt.

In diesem Sinne, Ihnen und euch einen guten – hoffentlich vorerst letzten – Extremhitzetag.

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