Eine Woche – zwei Selfies und große Dankbarkeit über unser GESUNDHEITSSYSTEM

Am Montagabend in der Notaufnahme des Uniklinikums Würzburg – heute beim Feierabendsparziergang an der Kürnach.

Wohlwissend um die Risiken, die es mit sich bringt über Krankheiten im Netz öffentlich zu schreiben, aber ich hatte das, was wohl jeder kennt und keiner braucht: Magen-Darm.

Behinderungsbedingt verlaufen solche Infekte bei mir wahrscheinlich doch immer etwas heftiger als bei durchschnittlichen 34 Jährigen Kerlen. Nachdem ich mehrere Stunden keine Flüssigkeit mehr zu mir nehmen konnte, weil immer wenn ich was trank, das eintrat, was eben typisch ist für solche Infekte, ich ziemlich heftige Schmerzen hatte und auch mein Blutzucker recht hoch war, meldete ich mich zuerst beim Bereitschaftsdienst, der schickte mir irgendeinen Link, für eine Videosprechstunde. Nach dem das nicht klappte, erreichte ich meinen Hausarzt telefonisch in der Nachmittagssprechstunde, der meinte dann schnell zu mir „Herr Memmel schauen Sie, dass Sie irgendwie in die Notaufnahme kommen und eine Infusion kriegen, bevor Sie zusammenklappen oder der Stoffwechsel entgleist“.

Zum Glück habe ich fürsorgliche Menschen bei mir im Haus wohnen, die mich dann (ich konnte kaum mehr laufen) in die Uni – Klinik gefahren haben.

Die Atmosphäre in der Notaufnahme hat mich äußerst positiv überrascht. Ganz anders als das oft im Fernsehen gezeigt wird, habe ich die Notaufnahme als einen sehr gut strukturierten Ort – ohne Hetze und Geschrei – wahrgenommen. Die Ärzte und Pflegekräfte, die schätzungsweise alle so in meinem Alter – zum Teil wohl auch deutlich jünger – waren; vermittelten Ruhe und wussten was zu tun ist. Die Patienten, die neben mir lagen, hatten – nach dem was ich unweigerlich mitbekommen habe – bei zum Teil heftigsten Vorerkrankungen, starke akute Probleme; auch das Bild, dass da überwiegend Leute mit Bagatellen kommen, konnte ich da nicht antreffen.

Warum erzähle ich hier das alles?

Weil es mir wieder mal gezeigt hat, dass es erstens: doch viele gute Menschen gibt, die einem Helfen, wenn es darauf ankommt.

Und zweitens, dass unser Gesundheitssystem doch liefert, wenn es dringend nötig ist.

Sicher – ich habe auch schon einige sehr unschöne Erfahrungen mit Ärzten machen müssen, aber wenn es wirklich zählt – und man nicht an die komplett falschen Leute gerät – bekommt man doch in aller Regel, die Hilfe, die es braucht, um Schlimmeres abzuwenden

Auch wenn es doof klingt: aber es war wirklich ein gutes Gefühl, als die Infusion drin war und ich wieder aufrecht gehend, mit stabilisierten Blutzucker, ohne zerreisende Schmerzen und die Angst zu dehydrieren, die Klinik verlassen konnte.

In diesem Sinne: Schönes Wochenende, bleibt gesund und falls doch mal der Fall eintreten sollte, dass auf einmal sehr bedrohliche Körpersignale auftreten. Hilfe holen! Wenn der Weg zum Hausarzt zu weit oder nicht möglich ist, dann eben auch in der Notaufnahme oder beim Rettungsdienst!

Zu erst veröffentlicht auf Insta / Facebook am 22.Mai 2026

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